Die 1960er bis 1980er Jahre: Systemmisstrauen, Moralpanik und Konsumrausch
Die Phase der ausgehenden 60er bis in die 80er Jahre markiert den fundamentalen Wandel vom klassischen Monsterfilm – etwa mit Außerirdischen oder Vampiren – hin zum modernen, realistischen Terror-Kino. Das Böse kam fortan nicht mehr von außen, sondern entsprang der Mitte der Gesellschaft.
Nährboden und gesellschaftliche Faktoren
Die Ära war geprägt von traumatischen politischen Einschnitten: dem Vietnamkrieg, dem Watergate-Skandal, dem Bedeutungsverlust staatlicher Institutionen sowie dem schleichenden Zerfall der traditionalistischen Kernfamilie. In den 1980er Jahren kamen zudem der Kalte Krieg und der Aufstieg des ungebremsten Konsumkapitalismus hinzu.
Das Motiv des Schreckens
Der Feind im Inneren: Klassiker wie George A. Romeros Night of the Living Dead (1968) reflektierten Rassenunruhen und die mediale Brutalität des Vietnamkriegs. William Friedkins Der Exorzist (1973) kanalisiert die Panik der elterlichen Generation vor dem Kontrollverlust über eine rebellierende Jugend .
Slasher & Verfall: Die Slasher-Welle der 80er angetrieben von Halloween oder A Nightmare on Elm Street transportierte eine puritanische Moral: Wer Drogen konsumiert oder vorehelichen Sex hat, fällt dem Killer zum Opfer . Gleichzeitig spiegelte der maskierte Einbrecher die Verunsicherung wider, dass selbst das idyllische Einfamilienhaus in der Vorstadt keinen Schutz mehr bietet.
„Horrorfilme kreieren keine Angst. Sie lassen sie frei.“
Wes Craven
