Die letzten fünf Jahre: Pandemie, „Elevated Horror“ und die mentale Krise
Das populäre Horror-Kino der jüngeren Gegenwart lässt den expliziten Schock der 2000er weitgehend hinter sich und wendet sich psychologischen, atmosphärischeren und existenziellen Themen zu – oft produziert von Autorenkino-Studios wie A24.
Die Jahre ab 2020 waren gezeichnet von der COVID-19-Pandemie, weltweiter räumlicher Isolation, steigenden Raten von Depressionen und Angststörungen, politischer Polarisierung sowie der nach wie vor omnipräsenten Bedrohung (bzw. Realität) des Klimawandels.
Trauma und Labilität: Hereditary, Midsommar oder Talk to Me verarbeiten Trauer, Sucht, toxische Bindungen und Einsamkeit. Das Monster ist (oft) die Manifestation unbewältigter emotionaler Lasten.
Das unsichtbare Gift: Pandemienahe Narrative griffen das Gefühl auf, dass Mitmenschen, digitale Nähe oder die eigene Umgebung zur Bedrohung werden können. Filme wie Host (2020), The Beach House (2020) und The Pink Cloud (2021) verdichten Isolation, Ansteckungsangst und die Ungewissheit über eine unsichtbare Gefahr zu filmischem Schrecken. Host nutzt dabei ausgerechnet die vertraute Zoom-Oberfläche als Ort der Bedrohung.
